Doku-des-Alltags: Strecken und Bahnhöfe
Als ich im Mai 1989 zum ersten Mal die interessanten Bahnhöfe Hamburg-Bergedorf und Aumühle besuchte, lagen die letzten Einsätze der dampfbespannten Wendezüge zwischen Bergedorf und Aumühle gerade mal 21 Jahre zurück. Die mit der Baureihe 78 bespannten Züge bildeten den verlängerten Vorortverkehr. Bis 1969 endeten die Stromschienen der S-Bahn in Bergedorf, dann wurde bis Aumühle verlängert. In Bergedorf endet die S 2, bis nach Aumühle reicht die S 21.
Beim ersten Besuch fand ich noch ein Flair vor, bei dem man sich ohne weiteres noch den Dampfbetrieb vorstellen konnte. Es gab noch die alten Bahnsteige mitsamt der alten Bedachung und Ausstattung, Formsignale und mechanische und elektromechanische Stellwerke. Das ganze hatte eine besondere Atmosphäre. Etwas verwittert, aber nicht verwahllost.
Als ich dann 1994 wieder dort war, waren die Ausbauarbeiten der Strecke schon im Gange. Die S-Bahn erhielt eine eigene Trasse (bis Woltorf zweigleisig, bis Aumühle eingleisig), die Hauptstrecke wurde elektrifiziert und modernisiert. Während Die S-Bahn endete baustellenbedingt in Bergedorf (von 1994 bis 1996, dann in Reinbek). Den Anschlussverkehr ins 9,8 km entfernte Aumühle übernahmen 218-bespannte Wendezüge, betrieblich fast ein bisschen wie zu Dampfzeiten. Auch die Regionalbahnen von/nach Büchen, die bislang in Aumühle abfuhren, wurden bis Bergedorf durchgebunden.
Den Abschluss bildet ein weiterer Besuch im Sommer 2003, als der Streckenausbau schon beendet war.
Karte mit dem Streckenabschnitt der besuchten Betriebstellen. Bis Aumühle gibt es eine zweifache und gegenläufige Kilometrierung: für die S-Bahn ab Hamburg Hbf (Streckennummer 1244) und für die Fernbahn ab Berlin (Streckennummern 6100, ab Berlin-Spandau; 6107 Berlin Hbf – Lehrte). Der ursprüngliche Nullpunkt lag in Berlin Lehrter Bahnhof.
1. + 2.) Die Ausfahrt des Bahnhofs Hamburg-Bergedorf (km 270,08 ab Berlin Lehrter Bahnhof) Richtung Hamburg.
3.) Die S 2 aus Altona endet in Bergedorf und fährt nur während der Hauptverkehrszeit. Die S 21 fährt im 10-Minuten-Takt bis Bergedorf, alle 20-30 Minuten fährt ein Zug weiter bis Aumühle. Zur morgendlichen und abendlichen Rush Hour ebenfalls alle 10 Minuten. Für diesen 472 ist Bergedorf Endstation. Rechts im Bild der frühere Fernbahnsteig, eigentlich ein Inselbahnsteig, aber zum Zeitpunkt gab es nur Gleis 2. Gleis 1 wurde schon in früheren Jahren abgebaut.
4.) Das elektromechanische Brückenstellwerk Bgf (S&H) an der Ausfahrt nach Aumühle war von 1934 bis 1997 in Betrieb. Rechts steht die Tafel mit dem km 270,0.

5.) Hamburg-Bergedorf im Juli 1994.
6.) Eilzug von Schwerin nach Hamburg, beim Halt in Bergedorf.
7.) Mit der Anhebung des Gleiskörpers in Hochlage in den 1930er Jahren wurde dieses Bahnhofsgebäude errichtet. Es wurde 2008 abgerissen und durch den heutigen Neubau ersetzt.
8.) Noch eine Ansicht vom Stellwerk Bgf.
9.) Pielstick-218 486 ist auf dem Weg nach Büchen und legt in Bergedorf ebenfalls einen Halt ein.
10.) Zurück nach Bergedorf und ins Jahr 2003. Alles ist neu, es stehen Ks-Signale, die alten Stellwerke sind verschwunden.
11.) Ein 472 steht abfahrbereit auf Gleis 4.
12.) Auf Gleis 3 steht 472 530. Er kam mit der auf Bild 27 abfahrenden Garnitur, die in Bergedorf gekürzt wurde.
13.) Die Ausfahrt nach Hamburg.
14.) Nochmal der direkte Vergleich zu 1989.